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Verkehr

Stammstrecke erneut gestört: Pendler fordern verbindliches Ersatzkonzept

Zum dritten Mal in dieser Woche stand der Verkehr zwischen Ostbahnhof und Marienplatz still. Fahrgastverbände verlangen einen Notfahrplan, der ohne Nachfragen greift.

Porträt der Redakteurin Katrin Ostermeier

Von Katrin Ostermeier, Redakteurin für Verkehr und Stadtentwicklung

Veröffentlicht am 14. September 2026, 17:05 Uhr

Begleitet seit 2014 den Ausbau von S-Bahn, Tram und Radwegen in München.

Lesedauer rund 4 Minuten

Wartende Fahrgäste auf einem Münchner S-Bahnsteig
Am Rosenheimer Platz stauten sich die Fahrgäste am Montagmorgen bis zur Treppe.

Eine Signalstörung zwischen Ostbahnhof und Rosenheimer Platz hat den Verkehr auf der Stammstrecke am Montagmorgen für 74 Minuten unterbrochen. Betroffen waren nach Angaben der Bahn rund 90 Züge, viele Fahrgäste stiegen auf Tram und Bus um, die dann selbst überfüllt waren.

Der Fahrgastverband Pro Bahn Oberbayern fordert nun ein Ersatzkonzept, das automatisch greift. Heute entscheidet die Leitstelle im Einzelfall, ob Züge über den Südring umgeleitet werden. „Fahrgäste brauchen eine Regel, die sie kennen, nicht eine Entscheidung, die sie erraten müssen“, sagt Sprecher Martin Deininger.

Die Bahn verweist auf die Arbeiten an der zweiten Stammstrecke und auf Stellwerkstechnik aus den siebziger Jahren, die bis 2029 ersetzt werden soll. Bis dahin bleibe die Strecke störanfällig.

Die Stadt prüft nach Auskunft des Mobilitätsreferats, ob die Tramlinien 19 und 21 bei Störungen dichter getaktet werden können. Ein Beschluss soll im Oktober vorliegen.

Wer regelmäßig zwischen Ostbahnhof und Pasing pendelt, kommt bei Störungen oft schneller über den Südring nach Laim. Der MVV weist diese Verbindung in der App inzwischen aktiv aus, allerdings erst, wenn die Störung offiziell gemeldet ist.

Zahlen zum Thema

Störungen seit Januar
42
Betroffene Fahrgäste täglich
rund 840.000
Durchschnittliche Verspätung
18 Minuten

Häufige Fragen

Bekomme ich bei S-Bahn Verspätungen Geld zurück?
Ab 60 Minuten Verspätung am Ziel erstattet die Bahn 25 Prozent des Fahrpreises, ab 120 Minuten die Hälfte. Zeitkarten im MVV werden pauschal entschädigt, der Antrag läuft online.
Welche Ausweichrouten gibt es bei einer Sperrung der Stammstrecke?
Der Südring über Heimeranplatz und Laim, die Tramlinien 19 und 21 in Ost-West-Richtung sowie die U5 zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof.

Über Katrin Ostermeier

Porträt der Redakteurin Katrin Ostermeier

Redakteurin für Verkehr und Stadtentwicklung

Katrin Ostermeier hat Politikwissenschaft in Regensburg studiert und volontierte bei einer Tageszeitung im Landkreis Ebersberg. Seit 2014 schreibt sie über Verkehr, Wohnen und Stadtplanung in München.

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